Landschaft

Der Río Paraguay durchfließt das Land von Norden nach Süden und gliedert es in zwei naturräumliche Teile, den dünn besiedelten Gran Chaco im Westen und den fruchtbaren Oriente im Osten.

Der Gran Chaco ist eine nach Westen schwach ansteigende Aufschüttungs-
ebene mit einem weitgehend einheitlichen Landschaftscharakter.

Östlich des Río Paraguay beginnt bei Emboscada die Cordillera de los Altos, die ein bis zu 700 m hohes subtropisches Tafel- und Bergland ausbildet. Geologisch besteht das Mittelgebirge aus Sedimentgesteinen teilweise überdeckt mit mächtigen Basaltdecken.

Weiter östlich schließt sich die Paraná-Paraguay-Senke an, in deren südlichen Teil sich weite Sumpf- und Über-
schwemmungsgebiete erstrecken.



Vulkankegel wie im Hegau gibt es auch in Paraguay
Paraguay Gaucho

Mädchen am Rio Paraguay
Jungs am Rio Paraguay

Bevölkerung

In keinem Land Südamerikas sind die spanischen Conquistadores so konsequent in der Bevölkerung aufgegangen wie in Paraguay. In fast 90 % der Bevölkerung hat sich das europäische und das indianische Erbgut vermischt - das Ergebnis ist ein herzlicher, sympathischer Menschenschlag, der auch in Lateinamerika seinesgleichen sucht.
Sporadisch, insbesondere Anfang des 20. Jahrhunderts, kam es zu Einwanderungs-
schüben aus Europa, sowie aus den Nachbarländern Brasilien und Argentinien.

Es gibt regional Minderheiten von Europäern und Indios, unter denen die Guaraní die bedeutendste Gruppe sind. Ihre Sprache - das Guaraní ist laut Verfassung neben Spanisch offizielle Landessprache. Als dritte Sprache wird gelegentlich Deutsch vernommen, denn 5 bis 7% der paraguayischen Bevölkerung sind Einwanderer deutscher Herkunft.
In den mennonitischen Supermärkten der Hauptstadt wird man an der Fleischtheke schon mal gefragt: „Darf es sonst noch was sein?“.

Die Mennoniten leben vor allem im Nordwesten und im Chaco, diese zahlenmäßig unbedeutende, aber wirtschaftlich erfolgreiche Minderheit ist nach 1927 aus Russland eingewandert. Durch weitere Zuwanderung aus den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko beläuft sich deren Anzahl inzwischen auf ca. 50.000 Personen.

Der überwiegende Teil der Bevölkerung wohnt östlich des Río Paraguay und hier besonders in der Gegend um Asunción sowie nahe der Grenze zu Brasilien. Im Norden und Westen des Landes, der von der Ebene des Gran Chaco eingenommen wird, leben nur etwa 5 % der Bevölkerung.

Religion

Wie die meisten Länder Südamerikas, ist Paraguay ein zu 99% christliches Land. 90 % der Bevölkerung sind katholisch der Rest gehört einer evangelikalen Glaubensrichtung an. Dazu zähle ich die Mennoniten als auch andere protestantische Gruppen.

Fest in Paraguay
Paraguay, Indigena
Wirtschaft

Allgemeines


Ein Großteil der Bevölkerung Paraguays arbeitet im Agrarsektor. Wobei Groß-
grundbesitz die Besitzstruktur prägt. So gehören etwa 80 % der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen 2 % der Bevölkerung.

Ein industrieller Sektor entwickelt sich langsam, im Jahre 2006 trug er rund 13,9% zum BIP beitrug.

Der Dienstleistungssektor steuerte im selben Jahr (2006) mit 51,4% den Löwenanteil zum BIP von 9,3 Milliarden US-Dollar bei.
Arbeiter in Paraguay

Landwirtschaft

Auf den Grasfluren des Gran Chaco wird nahezu ausschließlich Weidewirtschaft betrieben. In den letzten Jahrzehnten wurde hier von den Mennoniten die Milch- und Fleischwirtschaft nach europäischen Standards ausgebaut.
Östlich des Paraguay wird vorwiegend Ackerbau betrieben. Hauptanbauprodukte sind Sojabohnen, Maniok, Baumwolle, Zuckerrohr und Getreide.

Forstwirtschaftlich hätte das Land ein enormes Potential (29 % Paraguays sind noch mit Wald bedeckt) aber leider wird zur Zeit auch dort herausgeholt, was die Natur in den vergangen Jahrhunderten hat wachsen lassen. Wenn die Wälder nicht dem Soja- oder Zuckerrohranbau weichen müssen, so werden sie in Einheitsforste umgewandelt, die aus ein paar wenigen Baumarten bestehen.

Industrie

Seit den 1970er Jahren verzeichnet der Industriesektor beträchtliche Zuwachsraten und trägt nun 13,9 % zum BIP bei. Die industrielle Produktion beschränkt sich weitgehend auf land- und forstwirtschaftliche Güter. Vorherrschende Zweige sind Holz- und Fleischverarbeitung, Gewinnung pflanzlicher Öle sowie Herstellung von Süßwaren und Fruchtsäften. Darüber hinaus gibt es Textil- und Glasfabriken sowie ein Zementwerk. 22 % der Erwerbstätigen sind in der Industrie beschäftigt.

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